Ausbildung

Leben retten, wenn andere aufgeben

Mehr sein als nur Bergsteiger? Leben retten und Gemeinschaft leben? Auf Skiern zu Hause und im Fels daheim? Leistungsbereit, engagiert und echter Teamplayer, mit Wohnsitz in den bayerischen Alpen oder Mittelgebirgen?
 Du willst Deine Freizeit sinnstiftend gestalten und Dich dauerhaft für einen guten Zweck engagieren? Dann bist Du bei uns genau richtig. 
In Deiner etwa dreijährigen Ausbildungszeit machst Du viele Entwicklungsschritte. Praxisnahe Ausbildung, erfahrene Instruktoren, begeisterte Alpinisten, generationenübergreifendes Zusammenwirken machen Dich zu einem kompetenten Bergretter oder Bergretterin.

Bergretter/in werden

Um bei der Bergwacht aktiv zu werden, solltest du folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Du bist mindestens 16 Jahre alt
  • Du hast Erfahrung im Alpinklettern und Skibergsteigen und verfügst über eine gute Kondition und Gesundheit
  • Du bist bereit Dich ehrenamtlich zu engagieren und dafür Deine Freizeit zu investieren
  • Du wohnst im Einzugsbereich einer unserer 107 Bereitschaften 
     

Ausbildungsdauer und -ablauf

Die Ausbildung zum Bergretter / zur Bergretterin ist ehrenamtlich und dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Jahren. 

Eignungstest Bergsteigen

Im Eignungstest Bergsteigen werden folgende Inhalte geprüft:

  • Seil-/Sicherungstechniken für Felsklettertouren inkl. Standplatzbau mit mobilen Sicherungsgeräten
  • Klettern Mehrseillängen-Felstour im vierten Schwierigkeitsgrad als Seilerster einschließlich zweckentsprechendem, gefahrenbewusstem Verhalten und adäquater Sicherungstechnik
  • Technik des Gehens und Kletterns im alpinen und unwegsamen Gelände
  • Konditionstest: ca. zweistündige Belastung und 400 Höhenmeter pro Stunde (kann alternativ im Eignungstest Skitour / Skialpin geprüft werden)

 

Eignungstest Skitour / Skialpin

Prüfungsteil: Winterliches, ungesichertes Skigelände

  • Ökonomische Aufstiegstechnik mit und ohne Ski / situativer Steigeiseneinsatz
  • Skitechnik im freien Skigelände
  • Verschüttetensuche
  • Beurteilung der Lawinengefahr
  • Konditionstest: Ca. zweistündige Belastung und 400 Höhenmeter pro Stunde (kann auch im Eignungstest Sommerbergsteigen geprüft werden)

Prüfungsteil: Skitechnik auf der Piste

  • Parallele Skiführung / situative hohe Steuerqualität / angepasste, bewegungsbereite Körperposition / dem Gelände angepasster Radienwechsel / ruhige, regulative Arm- und Stockführung
  • Würdigung der FIS-Regeln

Grundausbildung

Die Grundausbildung umfasst die fünf Bereiche Bergrettung, Winterrettung, Notfallmedizin, Luftrettung und Naturschutz.  Sie findet in der Bereitschaft vor Ort sowie auf Regionalebene statt. Theoretische Lerninhalte stehen zusätzlich über ein E-Learning-Portal zur Verfügung.

Die Prüfungen werden auf Regionalebene abgenommen. Voraussetzung für die Prüfungszulassung ist das erfolgreiche Ablegen beider Eignungstests sowie der Nachweis der absolvierten Ausbildung in der Bereitschaft oder Region.

Weiterführende Ausbildungen

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Bergwacht-Gesamtprüfung gilt es, Erfahrungen zu sammeln, das Können regelmäßig zu trainieren und sich fortzubilden. Für aktive Einsatzkräfte, die darüber hinaus weiterkommen möchten, bietet die Bergwacht Bayern Ausbildungen in folgenden Bereichen an:

Einsatzleitung

Die Rolle der Einsatzleitung ist je nach Einsatzsituation und örtlichen Verhältnissen unterschiedlich. Die Aufgaben der Koordination, Delegation, der Entscheidung und unmittelbaren Intervention erfordern Einsatzerfahrung in der Bergrettung und Hintergrundwissen zu Strukturen und Regelabläufen der allgemeinen Gefahrenabwehr. Ein zentrales Thema der Ausbildung zum Einsatzleiter oder zur Einsatzleiterin für Berg- und Höhlenrettung ist das Risikomanagement – also das Bewerten, Entscheiden und Handeln unter Unsicherheit im alpinen Gelände.

Qualifikation als Fachausbilder / Fachausbilderin

Für die Bereiche Sommerrettung, Winterrettung, Notfallmedizin und Naturschutz bestehen eigene Module für die Aufgabe als Fachausbilder. In allen Fällen ist überdurchschnittliches persönliches Können und Hintergrundwissen erforderlich. Für den Bereich Notfallmedizin ist mindestens die Ausbildung zum Rettungssanitäter Voraussetzung. 

Spezialausbildung

Spezialausbildungen werden in verschiedenen Formen angeboten und umfassen folgende Bereiche: Luftrettung, Höhlenrettung, Canyonrettung, Psychosoziale Notfallversorgung (KID) sowie Lawinenhundeführung. Die Ausbildung erfolgt in der Regel auf Landesebene, die Ausbildung der Lawinenhunde auf Regionalebene.

Bergwacht Notarzt / Notärztin

Seit 2013 bietet die Bergwacht Bayern gemeinsam mit dem Bergrettungsdienst Österreich und dem Bergrettungsdienst Südtirol unter der Überschrift „Transalp Notarzt“ eine spezielle Ausbildungsreihe an. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Qualifikation zum Notarzt beziehungsweise zur Notärztin, alpines Können und die Bereitschaft sich ehrenamtlich in der Bergrettung zu engagieren. Wer alle Module erfolgreich besucht hat, erhält das anerkannte „International Diploma in Mountain Medicin“.

FAQs

Mitglied werden

Du bist interessiert und möchtest dich weiter informieren? Dann nimm mit einer unserer 107 Bereitschaften Kontakt auf und bespreche die Details. 

 Zu den Rettungsteams 

BERGWACHT BAYERN

Berge sind unsere Welt - und das Leben darin birgt zahllose Herausforderungen. Am Steilhang. Auf der Piste. In Canyons, Höhlen und Seilbahnen. In der Krisenintervention genauso wie in der Natur - und Umweltarbeit.

KONTAKT

Landesgeschäftsstelle Bergwacht Bayern

Am Sportpark 6, 83646 Bad Tölz

E-Mail: info@bergwacht-bayern.org
Telefon: +49 8041 79438 0

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