Am Samstag, den 3. Januar 2026, wurde die Bergwacht Rottach um 17:39 Uhr zu einem Bergrettungseinsatz im Bereich Unterwallberg / Bärenwand alarmiert. Vier Personen hatten sich im steilen Gelände verstiegen und konnten aus eigener Kraft nicht mehr weiterkommen.
Die diensthabende Einsatzleiterin (EL) nahm umgehend telefonischen Kontakt zur Gruppe auf und verschaffte sich ein erstes Lagebild. Bei den Betroffenen handelte es sich um vier männliche Personen aus Indien im Alter von etwa 30 Jahren. Zwei Personen waren verletzt, alle vier litten an Unterkühlungen unterschiedlichen Grades.
Nach eigenen Angaben war die Gruppe von der Wallbergtalstation in Richtung Höhenweg Unterwallberg aufgestiegen und anschließend in den sogenannten Jägersteig Richtung Bärenwand eingestiegen, dem sie mithilfe einer Touren-App folgten. Oberhalb der Bärenwand zweigten sie irrtümlich auf einen falschen Steig ab. Als sie den Fehler bemerkten, kehrten sie um und stiegen bis zum letzten Abzweig ab, um anschließend wieder talwärts zu gehen. Dabei stürzte der oberste der Verstiegenen und riss die drei anderen mit sich. Die Gruppe konnte sich gerade noch an einem Latschenzweig festhalten und so einen weiteren Absturz verhindern. Bei diesem Vorfall zogen sich mehrere Personen Verletzungen an Schultern und Beinen zu, woraufhin sie einen Notruf per Mobiltelefon absetzten.
Die ersten anrückenden Bergwachtkräfte stiegen mit Steigeisen, Pickeln und Sicherungsmaterial zu den Verstiegenen auf. Da sich die Personen abseits eines Steiges befanden, gestaltete sich das Auffinden im dunklen, vereisten und verschneiten Gelände schwierig. Nach der Lokalisierung seilte sich ein Bergretter zu der Gruppe ab und gab eine erste Lagemeldung ab.
Aufgrund der anspruchsvollen Einsatzbedingungen forderte die Einsatzleiterin über die Integrierte Leitstelle eine nachtflugtaugliche Windenmaschine an. Parallel dazu wurden zusätzliche Bergwachtkräfte, der Nachbarbereitschaft Hausham sowie ein LKLD-Fahrzeug alarmiert, um den Einsatz sowohl terrestrisch als auch aus der Luft abzusichern.
Die Bedingungen für die terrestrischen Einsatzkräfte waren aufgrund von starker Vereisung, Schnee und Dunkelheit äußerst anspruchsvoll und heikel.
Der eintreffende Polizeihubschrauber „Edelweiß“ in Nachtflug-Windenkonfiguration konnte die verstiegenen Personen mithilfe eines Luftretters der Bergwacht in mehreren Windenflügen aus dem Gelände retten. Am Tallandeplatz wurden die Betroffenen medizinisch erstversorgt, ein Teil der Gruppe wurde anschließend mit dem Rettungswagen in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.
Der Einsatz konnte gegen 23:00 Uhr beendet werden.
Beteiligte Organisationen:
Rund 30 Einsatzkräfte der Bereitschaften Bergwacht Rottach und Bergwacht Hausham, LKDL Hausham, Freiwillige Feuerwehr Rottach-Egern, Rettungshubschrauber „Edelweiß“, Rettungswagen Rottach und Gmund