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München, 23. September 2026 – Bevölkerungsschutz, dazu gehören der Zivil- und Katastrophenschutz, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Seine Wirksamkeit entscheidet sich nicht allein im Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Hilfsorganisationen, sondern auch in funktionierenden Gesundheits- und Versorgungsstrukturen, in der Pflege sowie im Zusammenspiel unterschiedlichster gesellschaftlicher Akteure. Dabei leistet die professionelle Pflege einen unverzichtbaren Beitrag, um die Versorgung besonders schutzbedürftiger Menschen auch unter außergewöhnlichen Bedingungen sicherzustellen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse, Pandemien, Hochwasserlagen und möglicher Infrastrukturausfälle gewinnt die interprofessionelle Zusammenarbeit an Bedeutung.
Pflegekompetenz trifft auf Rettungsexpertise
Vor diesem Hintergrund haben die Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e. V. und die Bergwacht Bayern eine Kooperation ins Leben gerufen. Bei einem gemeinsamen Trainingstag im Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz trainierten Pflegeauszubildende gemeinsam mit Einsatzkräften der Bergwacht Bayern realitätsnahe Szenarien des Bevölkerungsschutzes. Das Simulationstraining bildet den Auftakt einer Zusammenarbeit, die pflegerische, rettungsdienstliche und einsatztaktische Kompetenzen innerhalb der Rotkreuzgemeinschaft zusammenführt. Ziel der Kooperation ist es, die Zusammenarbeit der beiden Professionen bereits vor besonderen Lagen zu stärken und die Versorgung der Bevölkerung auch unter erschwerten Bedingungen sicherzustellen.
„Pflege endet nicht an der Tür eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung“
„Gerade in Krisensituationen brauchen vulnerable Menschen professionelle pflegerische Unterstützung. Gemeinsam mit der Bergwacht Bayern bringen wir unsere Kernkompetenzen innerhalb des Roten Kreuzes zusammen und zeigen unseren Auszubildenden, wie wichtig ihre pflegerische Expertise auch unter außergewöhnlichen Bedingungen ist. Denn Pflege endet nicht an der Tür eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung“, sagt Caroline Vogt, Vorstandsvorsitzende der Schwesternschaft München.
Seit mehr als 150 Jahren, bereits lange bevor moderne Strukturen des Bevölkerungsschutzes entstanden, versorgten Rotkreuzschwestern Verwundete, Kranke und Hilfsbedürftige in Krisen-, Not- und Versorgungslagen. Heute gewinnt diese Rolle erneut an Bedeutung. Für die Auszubildenden eröffnet die Kooperation mit der Bergwacht Bayern Lern- und Erfahrungsräume, die im regulären Schul- und Praxisalltag kaum abbildbar sind. Im Simulationstraining mussten sie unter veränderten Rahmenbedingungen Prioritäten setzen, Entscheidungen treffen und mit begrenzten Ressourcen umgehen. Dabei erlebten sie die besonderen Herausforderungen, die entstehen, wenn gewohnte Versorgungsstrukturen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Vernetzte Kompetenzen schaffen mehr Sicherheit
Gerade die Frühphase besonderer Einsatzlagen ist häufig von Informationsdefiziten und gleichzeitig hohem Handlungsdruck geprägt. Die Bergwacht Bayern bringt hierfür wichtige Fähigkeiten ein: Ihre Einsatzkräfte sind schnell verfügbar, können autark arbeiten und verfügen über umfangreiche Erfahrung in der technischen Rettung sowie der notfallmedizinischen Versorgung unter schwierigen Bedingungen.
„Bevölkerungsschutz funktioniert besonders dann gut, wenn die beteiligten Professionen abgestimmt zusammenarbeiten. Angesichts zunehmender Krisen- und Bedrohungslagen sind die Kernfähigkeiten der Bergwacht heute über die klassische Bergrettung hinaus gefragt. Wenn Pflege- und Einsatzkräfte voneinander lernen, gemeinsame Abläufe erproben und bereits vor besonderen Lagen vernetzt denken und handeln, schafft das mehr Sicherheit für die Menschen, die unsere Hilfe benötigen“, sagt Dr. Tobias Reploh, stellvertretender Landesleiter der Bergwacht Bayern.
Er ergänzt: „Die Bewältigung komplexer Krisen muss heute weit über klassische Blaulichtorganisationen hinausgedacht werden. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Gesundheitsberufe, ehrenamtliche Organisationen, Behörden und viele weitere Akteure tragen gemeinsam Verantwortung für die Resilienz unserer Gesellschaft. Die Zusammenarbeit mit der Schwesternschaft München zeigt beispielhaft, wie moderner Bevölkerungsschutz funktionieren kann.“
Für die Bergwacht bietet das gemeinsame Training zugleich die Möglichkeit, die Herausforderungen professioneller Pflege besser kennenzulernen. Gerade bei Evakuierungen oder länger andauernden Schadenslagen können Einsatzkräfte mit Menschen konfrontiert sein, deren Versorgung über die klassische notfallmedizinische Behandlung hinaus besondere pflegerische Anforderungen stellt. Das Training schafft hierfür ein besseres Verständnis der jeweiligen Aufgaben und Kompetenzen.
„Pflege im Bevölkerungsschutz ist keine Theorie. Sie muss trainiert werden. Wir sind stolz darauf, unseren Auszubildenden diese Möglichkeit im Rahmen einer interprofessionellen Zusammenarbeit bieten zu können“, ergänzt Stefan Kolbert, Leitung Bildungsentwicklung der Schwesternschaft München.
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Berge sind unsere Welt - und das Leben darin birgt zahllose Herausforderungen. Am Steilhang. Auf der Piste. In Canyons, Höhlen und Seilbahnen. In der Krisenintervention genauso wie in der Natur - und Umweltarbeit.
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