Die Bergwacht trauert um einen besonderen Kameraden und Kollegen
Bergretter, Ausbilder, Wegbereiter – Ludwig „Luggi“ Lang
Mit großer Trauer nimmt die Bergwacht Bayern Abschied von Ludwig „Luggi“ Lang – einem erfahrenen Bergretter und stillen Impulsgeber, der über viele Jahre hinweg entscheidend zur Weiterentwicklung der Bergwacht beigetragen hat.
Seit seinem Eintritt in die Bergwacht Ruhpolding im Jahr 1972 engagierte er sich mit außergewöhnlicher Beständigkeit für die Bergrettung. Von 1989 an leitete er acht Jahre lang als Bereitschaftsleiter die Geschicke vor Ort und schuf in dieser Zeit stabile Strukturen sowie eine solide organisatorische und finanzielle Grundlage.
Seine große Stärke lag im Einsatzgeschehen. Er wusste, was es bedeutet, in schwierigen und angespannten Situationen die Übersicht zu behalten und Einsatzkräfte sicher zu führen. Dies zeigte sich eindrucksvoll bei einem Lawinenunglück an der Hörndlwand, bei dem fünf Personen gleichzeitig verschüttet wurden. Bei Lawinenwarnstufe 4 koordinierte er mit Ruhe und Entschlossenheit drei Rettungshubschrauber sowie rund 100 Einsatzkräfte – ein Einsatz, der beispielhaft für sein Können und seine Führungsstärke steht. Auch als aktiver Bergretter war er stets mitten im Geschehen. Ob am Seil hängend bei anspruchsvollen Rettungen aus Felsrinnen oder bei der Suche nach Vermissten aus dem Hubschrauber heraus – Luggi Lang kannte die Anforderungen der Bergrettung aus eigener, intensiver Erfahrung. Dieses Wissen gab er über viele Jahre hinweg als Ausbilder an der Hubschrauber-Simulationsanlage der Bergwacht Bayern in Bad Tölz weiter und prägte damit Generationen von Bergretterinnen und Bergrettern.
Von 2005 bis 2018 wirkte Luggi Lang als Regionalgeschäftsführer der Bergwacht Region Chiemgau. Mit hoher Fachkompetenz und seiner ruhigen, besonnenen Art gestaltete er die organisatorischen Grundlagen der Bergwachtarbeit mit und begleitete wichtige Entwicklungen, darunter den Ausbau der IT-Strukturen sowie zentrale Bauprojekte.
Luggi Lang war keiner, der sich in den Vordergrund drängte. Im Hintergrund wirkte er mit hoher Professionalität, Verlässlichkeit und großem Verantwortungsgefühl – stets zum Wohle der Bergwacht mit einem klaren Blick für das Wesentliche. Für seine Kameradinnen und Kameraden war er ein Ruhepol, ein verlässlicher Ratgeber und ein geschätzter Weggefährte. Sein Wirken bleibt untrennbar mit der Bergwacht verbunden.
Die Bergwacht Bayern wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.