Für die Sicherheit unserer Einsatzkräfte, ihrer Angehörigen und damit der Gesamtbevölkerung
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat im vergangenen Jahr den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ neu aufgelegt – eine Reaktion auf geopolitische Verschiebungen der Machtverhältnisse, zunehmende Klimarisiken und die hybride Kriegsführung als ernstzunehmendes Element der modernen Kriegsführung. Um es mit den Worten von Herrn Bundeskanzler Merz zu sagen: „Die Weltordnung existiert nicht mehr“ – und daher muss die Bevölkerung sensibel an das „neue normal“ herangeführt werden.
Diesen Umstand hat das oberste beschließende Gremium der Bergwacht Bayern, der Landesausschuss, Anfang dieses Jahres zum Anlass genommen, aktiv auf die eigenen Einsatzkräfte zuzugehen und die Print-Version des Ratgebers zusammen mit einem Neujahrsgruß an die Einsatzkräfte zu verschicken. Dabei hat man sich ganz bewusst für einen postalischen Versand entschieden und die Dokumente allen ca. 5000 Einsatzkräften der Bergwacht Bayern direkt nachhause in den Briefkasten zugestellt.
Bewusst analog – ein klares Signal
Dass der Ratgeber postalisch versendet wurde, ist eine bewusste Entscheidung.
In einer Zeit ständig wachsender digitaler Informationsflut sorgt ein gedrucktes Exemplar dafür, dass das Thema sichtbar, greifbar und ohne Ablenkung ankommt – direkt bei unseren Einsatzkräften.
Mit dieser Maßnahme setzt die Bergwacht Bayern bewusst ein Zeichen im Bevölkerungsschutz: Genug geredet – jetzt wird gehandelt. Wir nehmen unsere Fürsorgepflicht gegenüber den ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergrettern ernst – und zwar ausdrücklich über den unmittelbaren Einsatzdienst bzw. die eigenen Einsatzkräfte hinaus. Denn eine solide persönliche und familiäre Vorsorge stärkt Einsatzfähigkeit, Belastbarkeit und Resilienz unserer Kräfte.
Warum Vorsorge heute entscheidender ist denn je
Deutschland zählt zu den sichersten Ländern der Welt. Dennoch haben die Entwicklungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass auch hierzulande Krisen und Katastrophen unsere gewohnten Alltagsabläufe empfindlich stören können.
Oder, wie es Staatsminister Florian Herrmann im letzten Jahr im Rahmen einer Fachkonferenz in München treffend formulierte: „Der Urlaub Deutschlands von der Geschichte ist vorbei.“
Störungen kritischer Infrastrukturen, gezielte Desinformation, Cyberangriffe und geopolitische Spannungen führen uns immer wieder vor Augen, wie verletzlich auch moderne Gesellschaften sein können. Der großflächige Stromausfall in Berlin im Januar hat erneut vor Augen geführt, wie abrupt sich Situationen verändern können und wie schnell vermeintliche Selbstverständlichkeiten ins Wanken geraten.
Gerade deshalb gilt heute mehr denn je: Vorbereitung zahlt sich aus – nicht nur am Berg.
Der BBK-Ratgeber: kompakt, praxisnah und alltagstauglich
Der neue BBK-Ratgeber fasst verständlich zusammen, wie man sich auf verschiedene Notlagen vorbereitet – von Stromausfällen über Hochwasser bis hin zu länger andauernden Krisensituationen. Klar strukturierte Checklisten helfen dabei, die eigene Krisenvorsorge Schritt für Schritt umzusetzen.
Einsatzfähigkeit sichern – indem wir Eigenbetroffenheit reduzieren
Ein wesentliches Ziel der Versandaktion ist es, die Eigenbetroffenheit unserer Einsatzkräfte im Krisenfall zu reduzieren.
Denn nur wer weiß, dass Kinder, Partnerinnen, Partner und Angehörige gut versorgt sind, kann im Ernstfall konzentriert helfen.
Vorbildfunktion nutzen – Gesamtbevölkerung sensibilisieren
Darüber hinaus leisten unsere Bergretterinnen und Bergretter durch ihre Vorbildfunktion einen wichtigen Beitrag für die gesamte Bevölkerung:
Sie wirken als Multiplikatoren und tragen das Thema Vorsorge in ihre Familien, Freundeskreise und Gemeinden hinein.
Weitere Informationen
Der Ratgeber steht auch digital zur Verfügung: BBK-Ratgeber
Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
Er kann über die Website des BBK zudem kostenfrei in gedruckter Form bestellt werden.
BERGWACHT BAYERN
Berge sind unsere Welt - und das Leben darin birgt zahllose Herausforderungen. Am Steilhang. Auf der Piste. In Canyons, Höhlen und Seilbahnen. In der Krisenintervention genauso wie in der Natur - und Umweltarbeit.
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